USA - Der Westen

Vom 1.bis 30 Oktober 2022

Reisebericht USA 1. - 30. Oktober 2022

Teil 1 - Wohnwagenrundreise mit der Familie

Und hier wie immer, für diejenigen, die wenig Zeit haben und ungeduldig sind, meine Lieblingsbilder:

Meine Lieblingsbilder

02.10—19.11.22

74 Bilder

1. - 2. Oktober 2022 Marl - Las Vegas


Es ist fast vollständig dunkel. Die Augen haben sich schon daran gewöhnt und empfinden das maximal gedämpfte Licht der Laptopoberfläche schon als grell.
Als einzig künstliches Licht sehe ich vor mir in drei Meter Entfernung den Bildschirm der Kamera, die alle 60 Sekunden klickt, wenn sie eine Aufnahme samt Entwicklung beendet hat und wieder neu auslöst.
Sony hat mit dem 3. Softwareupdate für die Alpha 3 auch eine Serienfunktion spendiert, die ich jetzt für eine Nachthimmelaufnahme nutze. Der PC zeigt noch 12.46 Uhr Mitteleuropäische Zeit a, doch wir sind 9 Stunden in die Vergangenheit geflogen und am zweiten Tag in der absoluten Dunkelheit angekommen. Auch der Mond ist nun schon seit mehreren Stunden untergegangen, sodass wirklich nur noch tausende von Sonnen den Nachhimmel im Tal der Feuer eine gute Fahrtstunde von Las Vegas entfernt beleuchten.
Neben dem Klick hört man noch die Grillen zirpsen und gerade flog auch ein Vogel vorbei. Ob es Fledermäuse oder Flughunde waren, auf alle Fälle waren die Fluggeräusche ziemlich laut, gut wahrnehmbar. Das ist ein wenig spuky.
Wenn man sich an die Grillen gewöhnt hat und mit dem Schreiben innehält, der Tastenanschlag als Geräusch auch wegfällt, ist wohl das Blut, was durch den Kopfsaust und an der Hörmuschel vorbeiströmt, das Einzige, was ich wahrnehme.
Auf dem Bildschirm landen Insekten, Nachtfalter, die neugierig die Worddatei beäugen. Es nützt ihnen nichts, der Text ist in Deutsch verfasst.
Wir sind in der Las Vegas gestern Abend gelandet und nach mehr als 30 Stunden unterwegs ziemlich erschöpft im Hotel Paradiso untergekommen. Ich habe mir den Fotoapparat doch noch geschnappt und habe ein wenig das Nachtleben eingefangen, das Las Vegas ja eigentlich ausmacht.
Die Stadt brodelt, Menschen über Menschen suchen im Lichtermeer ihr Glück oder nur ihr Vergnügen, die einen an den bunten, grellen Spielautomaten, die anderen in den Shows der Copperfields oder hoteleigenen Theater.
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Die Menschen sind ausgelassen und die sommerliche Wärme in der Wüste ist natürlich ideal für ein ausgelassenes Nachleben im kleinen Schwarzen, obwohl weiße Outfits deutlich überwogen.
Man zeigt, was man hat. Der Stoff verhüllt nur soviel wie nötig, doch auch soviel wie es die Sitte in Amerika erfordert. Und es ist laut. Die Hubschrauber kreisen über der Stadt und im Minutentakt schießt einer der Marvericks hinter dem großen Hotel gegenüber unserem Paradiso hervor und nimmt die Touristen mit über die hell erleuchtete Skyline, die Achterbahn und das Riesenrad, die den Nervenkitzel der Las Vegas Besucher befriedigen.
Neben dem Lärm der tieffliegenden Hubschrauber kämpfen die Rettungswagen und ab und zu (in regelmäßigen Abständen) die grellen Sirenen der Feuerwehr um die Aufmerksamkeit der Autofahrer, um zum nächsten Ort des Geschehen zu kommen.
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Nach meiner nächtlichen Runde legte auch ich mich hin und wachte auf, als gerade die Sonne die Glasfassade unseres gegenüberliegenden Hotels in Gold tauchte und diese typische okerfarbene, goldige Atmosphäre sich über der Wüstenstadt ausbreitete, die sich wie ein Schleier, ein zarter Vorhang über die Stadt legte, auf die wir vom 16. Stock, fast aus Vogelperspektive, herabblickten.
Der Morgenspaziergang durch Las Vegas auf dem Stripp brachte die Schuhe an ihre Belastungsgrenze und Toma tauschte die Stöckelschuhe gegen neue schicke Schlappen aus. Wir gingen alle gemeinsam bis etwa zur Fontäne und wieder zurück.
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Da es mit dem Anrufen und der Vereinbarung eines Termins bei Cruise Amerika nicht geklappt hat, fuhren wir dann gegen Viertel vor Zwölf los.
Unser Fahrer war ein Chinese und zum Glück hatte Toma ja Chinesisch gelernt, sodass wir uns mit ihm verständigen konnten. Das war ziemlich cool, wie Toma da mit ihm chinesisch sprach, und er das auch verstand.
Wir kamen kurz nach Zwölf an der Übernahmestation an und da wir keinen Termin hatten, waren wir also die Letzen, 3.30 Uhr, an der Reihe. Warten in der brütenden Sonne der Wüste. Drei Stunden! Und es war wirklich warm. Zum Glück hatte ich mein Buch. Die Kinder hatten lange Weile. Die Eltern waren dadurch gut beschäftigt.
Die Wohnmobile ziemlich groß für meinen Geschmack, schon gut abgenutzt, Schubladen waren einfach zugeschraubt, weil sie kaputt waren, naja gut genutzt also. Das Fahrgefühl war nicht das beste. Die Lenkung hatte einen ziemlichen Schlupf und bei nicht perfektem Untergrund schien es, als machte sie, was sie wollte. Die Bremsen erforderten einen sehr defensiven Fahrstil, da bevor sie ansprachen, doch ein wenig zuviel Zeit verging. Man musste sich arrangieren. Bevor wir losfuhren, fielen wir beide noch hin, Toma und ich an der gleichen Stelle direkt vor dem Wohnmobil, da dort eine Unebenheit war, die man nicht sah.
Es wurde immer später und der Einkauf im nahegelegenen Walmarkt gestaltete sich auch zum Weihnachts-Silvestereinkauf, nach dem MOTTO die nächsten vierzehn Tage müssen wir mit den Produkten überleben. 176 $ aber unzählige Plastiktüten, soviel wie wir das ganze Jahr nicht in Deutschland genutzt hatten, nahmen die Waren auf und klapperten dann auf der Fahrt zum ersten Campingplatz in unserem Auto herum.
Als wir den Markt verließen stand die Sonne schon am Horizont und verabschiedete sich, als wir Las Vegas rechts umrundeten um dann gen Nordosten in die Natur zu fahren. Ein Stau wegen eines Unfalles beamte uns dann ganz in die Dunkelheit. Aber Sascha hatte mit seinem Navi und Glocalme alles im Griff.
Als wir im Nationalpark ankamen, war schon alles dunkel, kein Mensch weit und breit. Den Campingplatz fanden wir dann nach mehreren Versuchen, stellten uns auf einen Schwerbehindertenplatz und wurden nach 15 Minuten vom Platzwart wieder des Platzes verwiesen. Zum Glück hatte der Campground in zwei Kilometer Entfernung noch freie Plätze. Die Kinder schliefen schon, völlig erschöpft. Ich machte noch ein paar Aufnahmen von der Milchstraße. Leider konnten wir noch nichts sehen von der (wunderschönen?) Natur, denn es ist hier wirklich dunkel.
Die ersten 93 Bilder sind im Kasten (ich merkte nur, dass das Geräusch des Auslösers nicht mehr da war). Ich habe die Kamera noch einmal gestartet, vielleicht wird es ein Slowmotion Film. (Es wurden 180 Bilder, also 6-7 Sekunden Film. Eigentlich wollte ich ja ein Bild mit Sternenspuren aufnehmen. Die Bedingungen sind wirklich gut. Ich schätze nach der Dunkelheitsskala sind wir in einem Bereich von 2 also, fast ideal. Und wir befinden uns in einem von Bergen umgebenen Halbkreis, der gen Norden geöffnet ist. Ganz oben kann man ein Loch im Berg sehen, wahrscheinlich ein „Bogen“, denn der Campingplatz nennt sich Arch Camp Ground. Der Fire Valey State Park hat seinem Namen schon alle Ehre gemacht, denn wir sahen am Horizont Feuerblitze.
Schon als wir Las Vegas verließen, konnte man erahnen, dass es heute Nach gewittern würde, denn eine unglaublich fantastische Gewitterwolke breitete sich am Himmel vor uns aus. Doch die Gewitter sind nur am Horizont und stören nicht den Genuss, den Sternenhimmel zu bestaunen. Toma kann auch nicht mehr schlafen.
Naja Jetlag. Nicht so gut, wenn wir nicht schlafen. Dann wird es wohl eine Weile dauern. Doch solche idealen Bedingungen zum Fotogerafieren werden wir wohl nicht so häufig vorfinden. Es ist ideal dunkel, der Mond untergegangen, es ist warm, trocken, wir sind an einem sicheren Ort und ich sitze neben der Kamera auf einer Bank mit Tisch und kann in aller Ruhe die Aktuelle Kamera schreiben.
Toma macht Lärm hinter mir im Wohnmobil. Doch sonst passiert hier nichts, außer dass sich die Sterne mit jeder Minute ein wenig nach rechts verschieben oder die Erde sich wohl nach links dreht.
Gute Nacht!

3.10. 2022 Tag der Deutschen Einheit – Fire Valley State Park

Die Bilderserie dauerte an und irgendwann wachte erst Sascha auf und schaute sich fasziniert den Sternenhimmel an und dann Katja und Tom, Leo wurde munter, als die Morgendämmerung schon langsam einsetzte und die Sterne begannen am Himmel zu verblassen.
Es war eine wundervolle Nacht und ich legte mich nicht noch einmal hin, denn die Morgenstunde hat ja das Gold (des Fotografen) im Munde und begeisterte nicht 100%ig.
Doch wir konnten jetzt endlich erkennen, wo wir waren, was uns umgab. Wir befanden uns mitten auf einem wüstenartigen Campground umgeben von blankgeschliffenen roten Felsformationen, die durch Wind und ein wenig Wasser geformt wurden.
Da im Osten Wolken waren und Berge, war es also kein spektakulärer Sonnenaufgang. Erst als die Sonne eine gewisse Höhe über dem Horizont erreicht hatte und erst durch die Berge schien und dann über sie hinweg kroch, erstrahlten die roten Felswände in ihrer ganzen Schönheit. Ich machte mehrere Fotospaziergänge auf und um den Campingplatz.
Tolle Felsformationen, Bögen vom Wind herausgearbeitet aus dem Stein und einige der von der Natur geschaffenen Gebilde erinnerten mich an den Roraima. Das Grün der Wüstengewächse bildete einen brillanten Kontrast zum rot des Gebirges und zum gelblichen roten Wüstensand. Nur die Wolken haben gefehlt, die waren nur im Osten und verhinderten, dass die Sonnenstrahlen das weite Land überfluteten.
Alle waren schon fertig und startklar, nur ich musste noch schnell frühstücken. Die Müsli aus dem Walmarkt schmeckten vorzüglich. Wir schauten uns mit dem Wohnmobil noch den Nationalpark an, stiegen öfter mal aus, verbunden mit kleinen Spaziergängen und dann schlugen wir die Richtung Zion Nationalpark ein.
Fire Valley Nationalpark - alle Bilder

Fire Valley NP

03.10—07.11.22

20 Bilder

Knapp dreistündige Fahrt, anstrengend, denn immer noch fehlte Schlaf. Diesmal hat es mit der Überbrückung des Timelags nicht so gut funktioniert. Egal. Aber die Nacht musste man für Milchstraßenfotografie nutzen. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.
Wir hatten telefonische einen Campingplatz vorgebucht, und da der Besitzer wohl nicht so gut auf die elektronische Kommunikation zu sprechen war, wir ihm keine E-Mail schreiben sollten und er uns keine Bestätigung schicken wollte, war das Missverständnis ja schon vorprogrammiert.
Aber egal. Wir stehen jetzt hier auf dem Platz und haben sogar Strom. Es wird wieder alles aufgeladen (zwei Batteriepacks sind schon leer und füllen sich mit neuem Saft, der PC ist auch wieder voll und das Wohnmobil eingerichtet. Es gab das erste gekochte Essen im Wohnmobil. Toma hat gekocht. Jetzt schläft sie und im Wagen nebenan ist ein kein Laut zu hören. Über uns eine Gewitterwolke und der Highway ist auch nicht weit genug weg, Egal, ich glaube jetzt kommen alle so einigermaßen zu sich, wenn sie wieder wach sind.
Campingplatz in der Nähe des Zion Nationalparks

4.10.2022 Zion Nationalpark

Die Nacht war wieder sternenklar, obwohl das heute kaum jemanden interessiert hat. Die Müdigkeit hatte die Oberhand gewonnen und forderte Tribut. Wir stehen ganz am Rande des Campingplatzes, der nicht eingezäunt ist und vor uns liegt eine weite Ebene. Gestern hatten wir eine Zeitzone überschritten/fahren und als wir heute schon sehr früh aufwachten, um die Ersten im NP Zion zu sein, war es plötzlich schon nach 6.00 Uhr. Das war aber die geplante Abfahrtszeit, denn wir mussten noch 45 Minuten fahren. Es wurde also später, doch die Sonne ging ja zur selben Zeit auf, sodass wir den Sonnenaufgang auf dem Weg zum Nationalpark erlebten. Ein Stück Autobahn und dann ging es schon in die Berge. Es sind irgendwie alles Tafelberge, bis auf einige Ausnahmen und in die Tafelberge hat sich das Wasser eingeschnitten und Täler ausgewaschen.
Am Parkeingang ging es zügig vorwärts, das Ticketsystem außer Betrieb. Von Auto stiegen wir um in den Bus und fuhren zum Angel Landing Trail.
Das Ziel ist ein Berg in der Mitte des engen Tales, von dem man in das Tal von etwa 400-500 Metern hoch oben nach unten blicken kann.
Der Weg war hervorragend ausgebaut, teilweise betoniert, asphaltiert, bequem zu gehen, obwohl die Höhenmeter musste man schon selbst machen.
Der Angel Trail ist bekannt durch seine Ketten, mit dem der letzte Teil bis zum Gipfel über einen Grat gesichert ist und auf diesem Abschnitt es des Öfteren zu brenzligen Situationen durch regen Gegenverkehr an ziemlich ausgesetzten Stellen kam und kommt. Deswegen muss man jetzt ein Permit beantragen und die sind begrenzt.
Das erfuhren wir aber erst am Morgen und da war es schon zu spät. Wir gingen also bis zur kritischen Stelle, wo die Kettensicherungen begannen und schauten von dort in die Tiefe. Das ganze Tal ist wirklich schroff und steil eingeschnitten. Die Felsen sind entweder knallrot oder fast schneeweiß.
Also wunderschöne Kontraste, gemischt mit dem Grün der Bäume und dem Schwarz der Baumstämme, jeden Schritt möchte man auf dem Auslöser drücken. Direkt neben der Straße, die nur für den Shuttlebus befahrbar ist, grasen die Hirsche und Rehe und stören sich nicht an der Gegenwart des Menschen.
Obwohl die Wege gut ausgebaut sind, geht es am Rand des Weges oft steil bergab, ohne dass Sicherungen da sind. Hätte ich den Amis gar nicht zugetraut. Je später es wurde, um so mehr Menschen strömten dem Engelslandeplatz entgegen. Mit Permit ging es nach links, ohne auf dem West-Rich Trail nach rechts, wo es nicht weniger spektakuläre Ausblicke kam und der sogar noch höher nach oben führte, nicht ganz so nervenaufreibend.
Die Landschaft war schon sehr spektakulär. Zum Glück waren wir recht früh losgegangen, denn so gegen 11 Uhr wurde es schon richtig warm, 28 Grad im Schatten. Wenn am Morgen die Sonnenstrahlen den Talgrund noch nicht erreichten, war es dann auch gegen Mittag in den Schluchten warm.
Wir genossen den Walk, fuhren aber danach wieder zurück zum Wohnmobil um auszuruhen. Auf dem Rückweg diskutierten wir die Optionen für den späten Nachmittag und entschieden uns für die Narrows, eine Schlucht, durch die ein Fluss floss und zwar auf der gesamten Breite und durch die man nur den Fluss watend vorwärts kam. Es wäre fast gescheitert das Unterfangen. Die meisten Touristen liehen sich dafür spezielle feste Wasserschuhe aus. Der Verleiher meinte aber, dass es schon zu spät wäre, Busfahrt (45 min jeweils hin und zurück, Anmarsch bis zum Beginn der Schlucht je 30 Minuten und dann noch der Weg durch die Schlucht selbst. Nach einem langen hin und her unternehmen wir die Wanderung trotzdem. Ich lieh mir keine Schuhe aus (Kostenpunkt 32 $) und ging in meinen Schlappen.
Es war ein kleines Abenteuer. Die Enkel fielen natürlich in den Fluss, waren völlig nass und keiner hatte Wechselsachen mit.
Ich stapfte mit dem Fotorucksack und einem umhängenden Apparat durch das Wasser. Hohes Risiko. Das Wasser ging mir an einigen Stellen bis an die Knie und die Strömung war auch da plus der Untergrund, der an einigen Stellen fast ausschließlich aus glattgeschliffenen Steinen bestand.
Busfahrt zurück, zum Wohnmobil und zurück zum Campingplatz 45 Minuten. Wir kamen in absoluter Dunkelheit an. Abendbrot zubereiten, duschen! Schlafen und siehe da, die Nacht schlief ich gut und der Jetlag ist so ziemlich vorbei.
Nachzutragen wäre noch, dass wir einen kalifornischen Condor gesehen haben und Tom ganz fasziniert davon allen Entgegenkommenden erzählte. Der Condor ist kleiner als der südamerikanische aber immer noch ein großer Greif.

Alle Bilder vom Zion-Nationalpark

Zion NP

04-05.10.22

53 Bilder

5.10. 2022 Kolob Canyon im Zion Nationalpark und Bryce Canyon

Ausgeschlafen. Das erste Mal gar nicht so schlecht geschlafen. Und wir orientieren uns jetzt schon so einigermaßen mit dem Wohnmobil. Auch das Fahren geht schon, obwohl die Ausmaße immer noch ein wenig Respekt einflößen beim Parken, abbiegen…
Der Plan war durch den Park (Zion NP) zum Bryce NP zu fahren. Sascha hatte ja das Navi und fuhr wie immer voraus. Als wir an unserer Abfahrt, die zum Park führte vorbeifuhren, war die Verwunderung groß. Also Kontakt aufnehmen, was jetzt durch das Glocalme, ein AccessPoint-Device in der Größe eines Handys mit 8 GB für 30 Tage recht gut funktionierte. Nachdem wir vorbei waren. Die Stecke durch den Park war zwar die kürzeste, aber nicht die schnellste. (Und die Kinder wollten nicht bezahlen, denn gestern war der Eintritt ja frei.) 35 $ gespart. Eine der nächsten Abfahrten war der Kolob Canyon, eine Schlucht im Zion NP. Hier fuhren wir raus, um zu besprechen, wie wir weiter fahren. Und wir befanden uns 200 Meter entfernt vom Visitor-Center, schauten erst mal rein und siehe da, wir kauften schnell einen Pass für ein Jahr NP (Kosten 80 Euro pro Familie oder Auto!) und entschlossen uns im Kolob Tal eine Wanderung zu machen.
Ein schlagendes Argument war die Sichtung eines Berglöwen (wahrscheinlich Puma) direkt auf dem Wanderweg. Das begeisterte Tom. Also Auto parken und entlang des Trails (Creak-Bach) in Richtung Double Arch Rock. Was immer das auch sein sollte. Wir schlugen gemeinsam mit Tom, der wieder Tomas Rucksack trug, ein zügiges Tempo an und gingen voraus.
Entlang eines Bachlaufes, der recht wenig Wasser führte, ging es langsam bergauf hinein in das Tal. Die Berge kamen immer näher und die Eindrücke wurden immer gewaltiger. Es war eine schöne Herbststimmung, die Blätter einiger Bäume waren schon eingefärbt, die Sonne leuchtete schon einige Stellen aus, die von dem großen Berg vor uns nicht verdeckt wurden. Der Bach wurde immer mal überquert oder wir liefen im Bachbett, wenn es Platz für den Weg und das Wasser gab. Nach einer guten halben Stunde wurde es dann kälter, da sich alles verengte und die Sonne den Grund des Tales nicht erreichte.
Doch die steilen hohen Felswände zu beiden Seiten waren schon imposant. Nach einer guten Stunde waren wir am Ziel. Eine riesengroße Höhle / Überhang die in roten Tönen, durchzogen von weißen und schwarzen Streifen wölbte sich über uns. Auf den sandigen Bereichen wuchsen grell-grüne Pflanzen doch die ganze Umgebung war in rotes Licht getaucht.
Über dem Arch ging es steil nach oben und 100 Meter höher war ein zweiter Bogen (Überhang) in der steilen Felswand) zu sehen. Wunderschön.
Ich dachte ich wäre in der Welle. Die Ausmaße waren gigantisch. Das 20 mm Objektiv konnte bei weitem nicht alles erfassen. Selbst der Bogen war zu groß, da man ja nicht endlos nach hinten gehen konnte, wir befanden uns ja in einer engen und auch noch bewaldeten Schlucht. Also Höhle / Bogen und die darüberliegende Felswand waren schwer zueinander zu bringen.
Nach einer halben Stunde, Tom mahnte schon zum Rückweg, sagten uns Amis, dass die deutsche Oma zum Auto zurückgegangen wäre und wir zurückgehen sollten. Das war schon sehr seltsam und ich konnte es eigentlich nicht glauben. Denn wenn jemand zurückgehen würde, wären es wohl die Kinder mit dem verbliebenen Enkel. Wir waren keine 50 Meter gelaufen, als uns Toma entgegenkam. Sie hatte ihren Rucksack vermisst und klar, die Kinder waren noch weiter zurück, kamen aber dann auch, alle hungrig und kaputt.
Zurück ging ich als Letzter um noch da eine oder andere Foto in aller Ruhe schießen zu können. Als ich sie wieder einholte, standen sie vor einem großen alten Baum und schauten aufmerksam auf den Stamm. Dort befand sich eine schwarz-weiß-rote Schlange, die gerade den Weg überquert hatte, als die 5 vorbeikamen, und fast eine Ohnmacht ausgelöst hätte. Also Filmen und Fotografieren solange sie noch nicht weggekrochen war. Sie schlängelte sich zwischen der Rinde hoch und sah durch ihre Farbgebung richtig gefährlich aus.
Die Wanderer vor uns hatten eine Klapperschlange gesehen und wir hätten dies auch gerne, wenn wir schon den Berglöwen nicht gesehen hatten. (wie eine Frau vor sehr kurzer Zeit – Instagram – Aufnahme).
Weiter zum Auto, fahren, fahren auf der Autobahn. Immer wenn ein großer Laster uns überholte, schob es das Wohnmobil an den Rand. In Cedar City tankten wir (ich tankte 37 Gallonen zu 4,5 $ die Gallone). Essen bei Wendys – Die Kinder / Enkel Burger / Pommes, ich ein künstliches Eis.
20 Meilen vor dem Ziel ging es durch den roten Canyon, eine irre Landschaft. Unseren Campingplatz erreichten wir gegen 17 Uhr. Vorgebucht! Mit allem Komfort – Wasseranschluss, Abwasseranschluss, Strom und sehr schönen Sanitäranlagen. Einziger Nachteil – 10 Meilen entfernt vom NP, halbe Stunde fahren. Egal, wir machten nur ganz kurz halt und fuhren dann zum Park, Sonnenuntergang schauen.
Es wurde kein gewöhnlicher, da wir das Felsglühen nicht sahen, da zu viele Wolken am Himmel waren, was aber für die Fotos nicht unbedingt zum Nachteil sein muss. Oker / Gelb /Rot/ weiße Felsen unten im Bild und oben blaue dunkle Wolken angehaucht mit lila Tupfern von der untergehenden Sonne.
Beschreiben kann man den Canyon natürlich, man kann es versuchen, aber er ist schon umwerfend schön.
Wenn schon die Landschaft außerhalb des Parks stellenweise sehr schön war, so war der Park selbst einfach nur unfassbar schön.
Das Einzige, was verhinderte, dass man nicht ganz ausrastete, man hatte ja schon Bilder davon gesehen.
Nun sah man es selbst, machte seine eigenen Fotos und hatte das Problem, den optimalen Spot zu finden. Ich verstand die Fotografen mit Stativ nicht. Es gab hunderte Motive. Mich hielt es nicht an einem Platz. Ich hätte ja ein Motiv verpassen können.
Gegen 8 Uhr zurück auf dem Campingplatz, Anschlüsse verbinden und das Leben genießen oder besser gesagt, schnell ein paar Bilder schauen und dann AK schreiben.

6.10. 2022 Bryce Canyon

Ausschlafen, Sonnenaufgang fotografieren, alle zusammen, jeder wie er will, oder doch ausschlafen, egal keinen Wecker gestellt. Kurz nach 5 aufgewacht, 5.30 Uhr aufgestanden, lange genug geschlafen, und 6.30 Uhr losgefahren. Fast hätte ich vergessen, dass Elektrokabel abzuziehen. In der Dunkelheit fuhren wir los und als wir auf dem Parkplatz ankamen, dem Sunset Parkplatz, dämmerte es. Es war kalt. Um die Null Grad Celsius. Ich rannte noch einmal zu Auto zurück, obwohl das Licht sich schon einfärbte und holte eine Jacke.
Sonnenaufgang fast wolkenlos. Sehr schönes Licht.
Auch nach dem Sonnenaufgang, als die Sonne den Talgrund erreichte und das ganze Amphitheater anstrahlte herrschten immer noch großartige Fotografierbedingungen. (Man musste nur mit der Hand die Sonne abblenden.)
Jetzt müssen wir los, nach drei Stunden haben es auch die Kinder geschafft, zum Park zu kommen. Wir trafen uns am Visitor-Centre. Von dort fährt auch alle 12 Minuten ein Bus durch den Park zu allen Aussichtspunkten und Trail Heads. Wir wollten eigentlich nur den kurzen 3 Meilen Walk, den schönsten der Welt machen, aber als der Bus uns erst zum schönsten Aussichtspunkt brachte (Bryce Point), entschlossen wir uns ad hoc hier auszusteigen und entlang der Rim bis zur nächsten Haltestelle zu laufen.
Wir haben es nicht bereut. Die Ausblicke hinab auf die Felsformationen sind wirklich atemberaubend.
Eigentlich wäre es fast besser den ganzen Weg zu filmen, damit man sich nicht entscheiden muss an welcher Stelle man ein Foto macht. Das ist schon wirklich seltsam, dass das Verlangen immer wieder und wieder hinabzuschauen oder in die Ferne nicht abnimmt, nicht abstumpft und bei fast jedem Blick ein „Wow-Effekt“ entsteht.
Natürlich ändert sich mit jedem Schritt die Perspektive ein wenig oder gar entscheidend und es entstehen immer wieder neue Eindrücke, die aber nicht mehr neu sind nur anders, aber schön.
Der Himmel war blau und Fotowolken hat uns der liebe Gott auch spendiert und in den unteren zwei Drittel des Bildes wechseln sich Rot, Weiß, Oker, und grüne Tupfen der Bäume ab.
Ich frage mich, ob immer ein Vordergrund sein muss. Ich hatte zwei Fotoapparate zur Hand, einen um den Hals, den anderen in der Hand. Der spiegellose Apparat war bestückt mit einem 20 mm Objektiv, die „alte“ Spielreflex mit einer tollen 50 mm Linse. Eine gute Ergänzung. Die Kombi deckte so ziemlich alles ab, was es an Motiven gab.
Unsere Reisegeschwindigkeit tendierte gegen 1 km pro Stunde. Das lag nur sehr bedingt an den vielen Fotostopps, sondern an dem Verhalten der Gruppe. Naja, sei es drum, ich hatte sehr viel Zeit zum Fotografieren und die war auch nötig.
Am nächsten Busstop, dem Inspiration Point, angekommen, stand der Bus schon bereit, der uns zum Sun Set Point brachte, wo wir nun in den Canyon hinabsteigen wollten.
Eine kleine Stärkung davor gab es noch und dann ging es mit Lust und Frust (Manch einer war schon erschöpft von 1,3 Meilen) vom Sun Set Point zum Sun Rise Point auf die schönsten drei Meilen der Welt.
Ich muss gestehen, da ist was dran. Wow, wow, wow. Hier hatte Gott alles gegeben. Nun sah man die Felsformationen nicht nur von oben, sondern auch von unten bzw. beim Abstieg erst einmal von der Seite.
Man schaute also nicht über die Schönheit hinweg, sondern durch sie hindurch und im Talgrund ehrfurchtsvoll hinauf. Die Zedern inmitten der Felsen lockerten den Anblick auf, sodass kein reiner Eindruck einer Wüstenlandschaft entstand.
Die warmen roten angenehmen Farben strahlten eine Art Ruhe aus und das Blau des Himmels eine Freundlichkeit. Und die Rinde der Zedern roch nach Vanille, wie unser Busfahrer vorschwärmte. Und tatsächlich Toma konnte Vanille riechen, für mich roch es eher nach Karamell Scotch.
Vom Nullpunkt heute Morgen wurde es nun, kurz nach Mittag, gemütlich warm. Für den Aufstieg (wir stiegen fast genau 200 Meter hinab in die Schlucht(en) vielleicht sogar ein wenig zu warm.
Aber dafür gab es bergauf wieder neue Perspektiven. Wir durchquerten auch die Felsen durch natürlichen Bögen, ausgewaschen von Wind und Wasser. Also ein wunderschöner Spaziergang, der genau an der Stelle endete, wo wir heute Morgen den Sonnenaufgang fotografiert hatten. Und ich weiß nicht, welche Fotos ich bevorzugen soll, die vom weichen schräg einfallenden Sonnenlicht oder die mit dem tief-blauem Himmel inklusive schönster Fotografierwolken.
Nach 2 Stunden hatte es der eine Teil hinter sich und der andere verließ mit Wehmut den Rand des Canyons und konnte sich eigentlich gar nicht von diesem Traum abwenden. Ich nehme hunderte Fotos mit und es wird verdammt schwierig werden, wenige für das Fotobuch auszuwählen.
Am Visitor-Centre steigen wir aus, gingen zum Wohnmobil und ich wechselte das Objektiv (packte die Kanone drauf), um ein paar Bilder von Präriehunden zu machen. Hier trennten sich die Wege, die Kinder fuhren zurück zum Campingplatz, wir schauten uns noch den roten Canyon an.
Obwohl der in Deutschland eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges gewesen wäre, konnte er natürlich nicht gegen die überwältigende Schönheit des Bryce-Canyon mithalten.
Dann zurück auf dem Campingplatz nachdem wir bei Sinclair Propan aufgefüllt hatten. Das Anschlussventil leckte ganz schön. Propan spritze nach allen Seiten, aber der Tankwart meinte, das ist auf unserer Seite undicht, kein Problem. Naja, wir mussten während des Tankvorganges eh aussteigen und schauten auf das Ganze von sicherer Entfernung mit Interesse und ein wenig Befremdung.
Abendbrot vom Grill und Toma buk auch noch „Piroschki“.
Jetzt wissen wir auch, wie wir Wasser nachfüllen und wie die Heizung funktioniert, aber leider erst am nächsten Morgen das mit der Heizung entdeckt, die Nacht war noch einmal ziemlich kalt.

Alle Bilder vom Bryce Nationalpark:

Bryce-NP

06.10—19.11.22

134 Bilder

7.10. 2022 Grand Canyon North Rim

Am Vormittag fuhren wir nach Kanab unserer nächsten Station für zwei Nächte. In der Stadt war erst einmal Einkaufen angesagt. Wieder ein voller Einkaufswagen mit den Basics und ein Paar Leckereien, viel Wasser und es gab wieder Cola, auf die ich ja wegen der geplatzten Flasche im Gefrierfach zwei Tage verzichten musste. Der Campingplatz, Grand Plateau, war groß, die Plätze mit allen Anschlüssen versehen, Wasser konnten wir nicht nutzen, da dies eine Druckreduzierstation erfordert hätte, die aber in der Ausstattung nicht dabei war. Naja, kein besonders guter Service von Cruise Amerika, sie müssten doch wissen, wie es auf den Campingplätzen zugeht. 13.30 Uhr hatten wir auf dem Campingplatz dann auch schon Mittag gegessen und der Nachmittag war völlig frei.
In 80 Meilen Entfernung lag der Grand Canyon, die Nordseite. Wir wollten unbedingt dort hin. Die Jugend mährte wieder rum, sodass wir schon mal allein vorfuhren.
1. Zwischenstopp an einem Aussichtspunkt auf die Grand Staircase.
Als wir in die Nähe des Nationalparks kamen, durchfuhren wir eine wunderschöne Herbstlandschaft. Gelb gefärbte Bäume im Nadelwald (Zedern, Tannen) säumten die Straße und die Sonne die von schräg oben die gelben Blätter zum Leuchten brachte verzauberte uns.
Ich packte die Sony-Go-Pro auf die Kühlerhaube und filmte. Wir fuhren auch durch Waldgebiete, die abgebrannt waren. Diese Brände werden bewusst nicht gelöscht, da das Feuer eine wichtige Voraussetzung ist, dass sich bestimmte Bäume fortpflanzen. Brennt es nicht, nehmen andere Pflanzen und Baumarten den Platz dieser Spezies ein.
In einer Haltebucht parkten wir unser Auto und ich machte mich mit der Drohne auf, diese einmalige Herbstlandschaft von oben zu filmen und fotografieren. Ich bin gespannt auf die Ausbeute.
Die Straße durch den Park war noch einmal um einiges schöner als die Strecke davor, noch bunter, farbenfroher und die Kamera lief. Doch dreimal musste ich anhalten, da der Saugnapf nicht hielt und die Kamera während der Fahrt umkippte und zum Glück auf dem Wohnmobil liegen blieb. Kurz vor dem Ziel passierte dann aber das Maleur. In einer Kurve krachte die Kamera zur Seite und fiel auf die Straße, die Schutzhülle brach auseinander und die Kamera schoss nach vorne raus. Wenn bei den ersten Dreimal es schon immer schwer schnell anzuhalten, so musste dies nun mit dem großen Vehicle auch schleunigst passieren, damit ich die Kamera einsammeln konnte. Aber finde mal ein wenig Platz am Rande einer Gebirgsstraße. 50 Meter zurückrennen, Kamera einsammeln, prüfen. Geht nicht an. Mist. Umhüllung defekt, Glas hat Kratzer, Kamera hat Kratzer am Gehäuse und die Batterie ist auch rausgefallen. Noch einmal zurück Batterie einsammeln und siehe da, sie funktioniert noch. Die Linse scheint auch in Ordnung zu sein. Großes Glück im Unglück gehabt.
Obwohl wir eher losgefahren waren, waren die Jugendlichen aber schon eher da. Sie hatten uns überholt, als ich die Drohne steigen ließ.
Der Grand Canyon ist beeindruckend, Katja war es sogar so mulmig zu Mute, sie hatte Höhenangst, so beeindruckend war der Abgrund, in den man schaute.
Wettermäßig war es zwar schon ein wenig diesig, aber den Dunst muss die Fotosoftware entfernen. Aber sieht man dieses Wunder der Natur nach dem Bryce Canyon, so gewinnt der Bryce Canyon wirklich klar.
Bei wunderschönem Sonnenuntergang auf der Rückfahrt und in den Rest in der Dämmerung ging es zurück zum Standplatz. Abendbrot – Toma kocht wieder lecker und jetzt muss ich dies auch essen, sonst wird es kalt.

Alle Bilder vom Grand Canyon Nationalpark (North Rim)

Grand Canyon North Rim

08.10.22

8 Bilder

8.10.2022 White Pocket

Heute hatten wir eine Tour gebucht, es war nicht „The Wave“. Dafür musste man an einer Lotterie teilnehmen und da wir 6 Mann sind benötigten wir Minimum zwei Permits, da man nur mit einem Guide die Tour machen kann und pro Gewinner-Los 6 Permits ausgegeben werden.
Deswegen die sichere Variante mit dem White Pocket. White Pocket ist so etwas Ähnliches wie die Wave, nicht ganz so perfekt aber viel, viel größer.
Die Wave ist die Wave, ein Foto, perfekt. White Pocket ist ein Vielfaches davon und sehr viele Fotos. Wunderschöne, unaufhörliche Motive zum Klicken! Beschreiben ist schwierig, wie es eben richtig heißt, ein Foto sagt mehr als tausend Worte. (Kommt).
Acht Uhr war Treffpunkt mit unserem Touroperator. Wir fuhren etwa eine halbe Stunde in Richtung North Rim, bis zur Tankstelle, wo es total leckere Cookies gab, zum Preis für Gold (waren aber nicht mit Plattgold verziert), letzte öffentliche Toilette, dann ging es Offroad, auf eine Straße, die noch die Siedler am Anfang des vorigen Jahrhunderts genutzt haben, dem Ruf des Goldes gen Westen folgend. (Und auf der Rückfahrt sahen wir auch echte Cowboys, die an diese Zeit erinnerten).
Auf der Ranch von Onkel Jam, wo man im Umkreis einer halben Meile nicht parken durfte (Onkel Jam fühlt sich von Fremden gestört). Dann ging es einen Feldweg entlang, sandig, durch eine Steppen- / Wüstenlandschaft.
Orion, unser Guide, unterhielt uns vorzüglich, nach einer Stunde kannten wir sämtliche Stationen seines Lebens, konnten theoretisch ein 4x4 Vehicle fahren, bei allen möglichen Sandverhältnissen.
Ein Parkplatz – in the middle of nowhere – und wir stiegen aus. Man sah in einiger Entfernung ein paar Felsen, aber erst einmal nichts Besonderes. Als wir nach 200 Metern über einen kleinen Hügel kamen, wurde es schon märchenhaft und ich konnte mich schon nicht mehr halten- so viele schöne Motive.
Als wir noch näherkamen und dann in die „Zwischenräume“, also vom Wasser ausgewaschene kleine Buchten, Felsspalten hinabstiegen, die durch die unterschiedlichen Farben der Sedimentschichten und geometrischen Faltformen der Felsen gezeichnet waren, wurde es surreal.
Wir hatten Glück, dass es in diesem Jahr besonders viel geregnet hatte und in den Tümpeln, Mulden, Auswaschungen Wasser stand, worin sich die Felsen spiegelten, wenn man sich ganz auf den Boden legte. Ich stellte den Foto hin, da mein Körper Schatten warf, den ich nicht im Bild haben wollte. (Das Bild machte ich dann mit Zeitverzögerung / Selbstauslöser.)
Naja, da kann man jetzt unendlich schreiben, besser sind ein paar Fotos.
Tiere aus der Steinzeit
Zurück ging es nicht denselben Weg, sondern wir fuhren einen Kreis und durch einen schönen Canyon zurück, entlang der alten Tracker Route, linker Hand wunderschöne Berge. Irgendwie schleifen / nutzen sich die Worte ab.

Wie in alten Zeiten.

Hier alle Bilder von diesem einmaligen Fleckchen Erde.

White Pocket

08.10.22

82 Bilder

Gegen 17 Uhr waren wir wieder zurück auf dem Campingplatz, völlig geflasht. Kleine Pause, die Kinder durften in den Pool und wir fuhren nach einer Stunde in den Coral Sand-Dünen Park zum Sonnenuntergang.
Ja unter normalen Umständen sicherlich nicht schlecht, heute eher nichts Besonderes bei dem Vorprogramm.

9.10. 2022 - Slot-Canyon und Monument Valley

Noch voller Eindrücke vom Vortag ging es heute zeitig (relativ zeitig los). 7.45 Uhr Abfahrt nach Page. Als wir um kurz nach 9 Uhr unseren Touroperator für den heutigen Ausflug gefunden hatten, gleich neben einer Schießhalle für Maschinengewehre, sagte uns der Ureinwohner Amerikas, ein Navaja, dass wir kurz vor 10 Uhr wiederkommen sollten, es wäre jetzt erst 8.15 Uhr. Obwohl wir nach Osten gefahren sind, ist es statt später, früher geworden. Verkehrte Welt. Auch unser Guide heute, eine Cousine des Eigentümers des Landes, auf dem der Slot-Canyon liegt, war eine Native. Nach einer kurzen Anfahrt von einer knappen halben Stunde mitunter durch den Flusslauf (das ausgetrocknete Flussbett, dass sich bei Regen in Windeseile in einen reißenden Strom verwandelt) und auf Sandpisten bergauf und bergab, wie in einer Achterbahn, nur, dass wir in einem offenen großen Ford saßen. Wir fuhren bis zum Eingang in eine relative enge Schlucht und unsere Führerin meinte, dass wir bis zum Ende der Schlucht so etwa 5 Minuten brauchen würden.
Mir fiel innerlich die Kinnlade runter, da das Wunder in 5 Minuten vorbei sein sollte. Das war Betrug, dachte ich. Langsam wurde die Schlucht enger, doch noch immer beschlichen mich die Zweifel, wofür wir so viel Geld bezahlt haben sollten. Die anderen waren schneller und ich suchte nach Motiven, die dann wirklich auftauchten, als die Schlucht nicht breiter als zwei Meter wurde.
Da waren sie dann, die Motive, die ich mir erhofft hatte.
Jeder Meter ein neues Motiv. Alle drei Minuten ändern sich die Lichtverhältnisse in der Schlucht sowieso und noch jeden Schritt, also ein ständiger Quell an tollen Perspektiven und den Fotografen beglückenden Eindrücken.
Als ich den Canyon zur Hälfte durchdrungen hatte, kam Hope, so war der Name unserer Guidin, schon zurück.
Es sein nur noch 3 Minuten bis zum Ausgang. Ich brauchte fast 15 Minuten.
Und dann alles noch einmal aus der anderen Sicht, flussabwärts. Und wieder viele Fotos.
Hier alle (von mir ausgewählten) Bilder, eins schöner als das andere.

Slot-Canyon

09.10.22

78 Bilder

Nach dem Canyon war das Hufeisen des …. Flusses unser nächstes Ziel, auch noch mit demselben Veranstalter.
Das Land gehörte ihrem Großvater und wir konnten mit dem Fahrzeug bis an den Abgrund fahren. Der normale Tourist muss einen Parkplatz auf einem völlig überfüllten Parkplatz finden, nachdem er seinen Eintritt bezahlt hat und dann im Gänsemarch über zwei Kilometer zur Flussschleife wandern und das mit mehreren hundert Gleichgesinnten. Wir waren die Einzigen am Rande und konnten uns die Plätze aussuchen.
Ein gelungener Vormittag. Bevor es zur nächsten Destination ging, aßen wir in Takkobell oder so ähnlich Fastfood zu Mittag. Und mir hat es geschmeckt. Leckere vegetarische Wrap ups und ein giftgrünes Eisgetränk, reine Chemie. Nun hieß es Kilometer machen in Richtung Monument valley.
Fahrn, fahrn, fahrn mit dem Wohnmobil, was Benzin schluckt ohne Ende.
Steppen /wüstenartige Landschaft und wir fuhren in Richtung Gewitterwolken, aus denen, als wir nah genug dran waren dann auch Blitze zuckten. Als wir dann unter der riesengroßen Gewitterwolke waren, regnete es das erste Mal im Urlaub.
Interessant war, dass ab und zu die Sonne rauskam. Leider hielten wir nur einmal an, um das Schauspiel zu fotografieren.
Das Monument Valley erreichten wir am späten Nachmittag. Der Regen war vorbei und die Sonne schien schön von der Seite und leuchtete die Felsen, die Monumente an, die rotes Licht zurückgaben. Eine schöne Fahrt, aber leider wieder zu wenig Zeit, um ausgiebig zu fotografieren.
Wobei die Monumente alle ziemlich nah beieinander standen, sich natürlich schon von weitem in der Landschaft abhoben.
Das Licht fand ich nicht so optimal und warten konnten wir auch nicht, da die Sonne ja schon unterging und wir noch 30-40 km bis zu unserem Campingplatz fahren mussten.
Den erreichten wir dann nach Sonnenuntergang, die Dämmerung war schon im vollen Gange und der Himmel sah sehr schön aus mit seinen gefärbten Wolken.
Dann ging der kreisrunde Mond auf und schob sich durch Wolkenfetzen am Horizont nach oben. Es wurde dunkel, so dunkel, wie es bei Vollmond werden kann.
Der Campingplatz war nicht bewirtschaftet, also keiner da, als wir ankamen, der Geld einsammelte. Außer einem sauberen Plumpsklo war nichts an Annehmlichkeiten vorhanden. Aber die Lage war einmalig und er konnte es problemlos mit dem ersten Campingplatz aufnehmen. (Interessant, dass auch auf dem ersten Campinground niemand war, und es auch nur eine Toilette gab. Der Platz lag direkt im Gooseneck National oder State Park.
Dieser ist nicht groß und befindet sich oberhalb des San Juan Flusses, der sich tief eingegraben hat und mehrere Kurven in den Fels geschnitten hat. Und wir übernachteten genau am Rand des Abgrundes mit Blick auf die Kurven/ Schleifen. Die Moselschleife könnte man sich als Vergleich vorstellen, nur dass es viel steiler und tiefer nach unten ging und das Ganze sich mehrfach wiederholte. Hier hatte ich ganz stark gehofft meine Drohne starten zu können, es war aber am Eingang ein Drohnenverbotsschild, obwohl auf der Karte kein Verbot eingezeichnet war – es war eben Navajo –Land, wie das ganze Monument Valley.
Doch der Abend wurde noch sehr schön. Sascha hatte Holz gekauft und machte ein Feuer auf dem ein Teil des Dinners zubereitet wurde und dann saßen wir alle um das Feuer (und verzogen uns nicht in die fahrende Hütte), über uns ein paar Sterne, die der Mond mit seinem Licht nicht wegradiert hatte. Die Kinder suchten mit einer Schwarzlichtlampe nach Skorpionen, ohne Glück.
Die Nacht war kalt.

10.10.2022 Fahrt zum Grand Canyon Südseite

Ich stand als erster auf zog mich an, um den Sonnenaufgang und den sich unter uns windenden Canyon zu fotografieren. Ich lief also am Rand entlang, machte dabei immer wieder Aufnahmen vom Fluss und seinem Tal, bis ich an das Ende kam, denn wir campierten auf einer Zunge, also einem Teil, Plateau, das auch Teil einer Schleife war.
Als ich zurückkam, waren die Kinder schon losgefahren, kamen aber wieder zurück, da sie sich verfahren hatten und brachten uns noch Cash zum Bezahlen der Übernachtung.
Bevor wir die vielen Kilometer schruppten, fuhren wir noch zum Mexican Hat, der auf dem Weg lag und da wir die Einzigen waren, ließ ich die Drohne steigen.
Das wird bestimmt ein toller Film.
Wieder ging es durch die Prärie, die allenfalls Kühen etwas zu Essen bot.
Am frühen Nachmittag näherten wir uns dem Grand Canyon Nationalpark vom Westen her und hielten gleich am Dessert View Point an.
Sehr schön, besser als es von Norden ausgesehen hatte. Imposant.
Die Kinder waren vorgefahren, wir trafen uns also am Visitorzentrum, nachdem wir noch einmal über 40 km durch den Park gefahren waren. Kurz gemeinsam zum bekanntesten Aussichtspunkt
und dann einchecken auf dem Campingplatz, der eine Meile entfernt vom Eingang liegt. Innerhalb des Parks hatten wir keine Übernachtung mehr bekommen. Kein Wunder, denn hier war der Teufel los. Über 5 Millionen Besucher im Jahr.
Zum Sonnenuntergang fuhren wir noch einmal in den Park und trafen direkt an der Straße auf Hirsche und eine Herde von Hirschkühen mit Jungen.
Abendbrot und wieder eine kalte Nacht.

11.10.2022 Wanderung hinab in den Grand Canyon – Kainab Trail

Zeitig aufstehen – Abfahrt 6 Uhr um rechtzeitig zum Sonnenaufgang am Trailhead zu sein.
Sascha und wir wollten den South Kainab Trail machen, zumindest soweit wir kommen, denn gegen 13 Uhr sollten wir wieder zurück sein, da die Enkel und Katja nicht mitgehen wollten. Ich hatte gestern im Visitor-Centre gefragt, ob der Weg ausgesetzt ist und zur Antwort erhalten, ja, sehr, und jedes Jahr stürzen hier Touristen ab und kommen uns Leben. Die Bilder auf den Schautafeln zeigten einen eher breiten Weg.
Die Bilder sind eben mehr als tausend Worte. Der Pfad war breit und durchgängig ausgebaut. Es war zwar kein asphaltierter Weg, aber fast durchgängig ausreichend breit für drei Leute, das Überholen und die Begegnungen waren völlig problemlos.
Zweifelsohne ging es links oder rechts fast immer steil bergab und ein Sturz an der Seite hätte mit Sicherheit fatale oder schlimme Folgen gehabt, doch solche Wege sucht man in den Alpen als Trekkingrouten vergeblich.
Doch gehen musste man noch selbst und die Höhenmeter zum Fluss und wieder hinauf auch mit den eigenen Beinen bewältigen. Es war noch kalt am Morgen und wir kamen bergab gut voran. Und das, obwohl wir viel fotografierten, denn die Landschaft war schon fantastisch.
Besonders die Blicke nach unten nahmen einen schon oft den Atem.
Nach weniger als anderthalb Stunde waren wir an unserem Returnpoint angelangt. Das ist der Punkt, bis zu dem man Tageswanderungen laut Empfehlung unternehmen konnte/ durfte/ sollte, das war nicht so ganz klar. Da wir aber den Colorado in seiner ganzen Schönheit sehen wollten und nicht kleine Abschnitte, entschieden wir uns noch weiter zu gehen, und zwar bis zum Tipp off Point.
Auch das dauerte bergab nicht allzu lange und wir waren relativ früh sehr weit unten (wir hatten schon 1000 Höhenmeter im Abstieg hinter uns)
Hier schien der View auf den Fluss schon zum Greifen nahe, aber ebene beinahe. Wir stiegen nach Konsultation mit einigen Leuten die Pause am Tipp off Point noch etwa 50 Meter hinab in den Canyon und dann sahen wir ihn.
Tipp of Point
Die Stelle war sehr schön und eine viel schönere Aussicht war nicht zu erwarten. Also Beweisfotos machen und den Aufstieg beginnen.
Wir verabredeten eine Pause am Skeleton Point zu machen. Sascha ging vorweg nachdem wir mit Toma die Rücksäcke getauscht hatten und in ihrem großen Rucksack alle Sachen von mir und ihr, außer den Kamelsack mit Wasser, gepackt hatten.
Der Rucksack wurde ganz schön schwer. Der erste Abschnitt, also die ersten 300-350 Höhenmeter, waren schwer. Es war nun auch schon heiß im Canyon und die Sonne brannte herunter. Der Wind hatte seine Arbeit auch eingestellt, sodass die Literflasche Cola bald ausgetrunken war, der Rucksack etwas leichter, aber es war schon sehr anstrengend.
Den Skeleton Point verpassten wir, also wir sahen ihn vom Weg aus nicht, wahrscheinlich, weil wir die ganze Zeit vor Anstrengung auf den Boden schauten. Als wir es bemerkten, sprach ich ein junges Paar aus Franken an und bat sie, Sascha, falls er am Skeleton Point auf uns warten sollte, Bescheid zu sagen. Nach einer Weile sahen wir aber Sascha vor uns.
Er war durchgelaufen ohne Pause. Nach etwa 400 Höhenmetern wurde es kühler, ab und zu blies der Wind und kühlte uns, nicht bis auf Normaltemperatur, aber jeder Luftzug war willkommen.
Am Zederpoint machten wir dann Halt und aßen etwas. Wir liefen in unserem Trott und die Amis rannten an uns vorbei. Nach einer Weile lagen sie dann erschöpft am Wegrand, ließen uns passieren und rannten kurze Zeit danach wieder an uns vorbei. Wir saßen dann im selben Bus. Sascha war etwa 10 Minuten vor uns oben. Die 1050 Meter hoch und runter plus über 16 km Strecke hatten genau 6,5 Stunden (inkl. Pausen) in Anspruch genommen. Bus zum Auto, Auto zum Campingplatz und vorbei an einer nicht enden wollenden Schlange an Fahrzeugen, die alle in den Park wollten. Vom Eingang fast bis zum Campingplatz zog sich die Autoschlange. Also hieß es, eine größere Pause machen. Danach musste Sacha noch mit Katja und den Kindern zum OhAh-Punkt, also noch einmal 200-250Höhenmeter bergab und auf.
Wir fuhren zum Hopi-Point und genossen den Sonnenuntergang.
Die Rückfahrt dauerte ewig, da sehr viele Leute unterwegs waren und zwei Busrouten erforderlich waren, um dort hinzukommen.
Ein ereignisreicher Tag.

12.10.2022 Angel Trail

Am Morgen gab es eine Überraschung. Wir wollten eigentlich alle gemeinsam den Angel Trail machen und 7.30 Uhr losfahren. Als wir uns aus den Betten gequält hatten, kam per Whatsapp aus dem Neben-Wohnmobil die Nachricht, dass die Kinder heute schon nach Las Vegas fahren.
Sie wollten noch einkaufen, shoppen. Sascha hat eine kleine Erkältung und uns schien, dass wir im Urlaub wahrscheinlich schon zu viel gewandert und zu wenig im Konsumrausch waren.
Also gingen wir es sehr ruhig an, machten alles in Ruhe, verabschiedeten uns für einen Tag von den Kindern und fuhren zum Trail Head des Angel Trails.
Der Angel Trail es ein wenig kürzer, was die Höhenmeter bis zum Fluss betrifft, er liegt mehr im Schatten und ist weniger steil, sagt man. Wir machten heute den maximalen Ein-Tages-Trip bis zum Drei-Meilen Haus. Es waren aber immerhin 650 Meter bergab und dann wieder hinauf.
Und wie es so schön auf dem Schild stand, Down ist optional, Up mandatory.
Es war auf dem Abstieg angenehm kühl. Der Weg ging in einem Tal bergab und die Perspektive wechselte weniger als bei unserem gestrigen Wandertag. Aus diesem Grund würde ich auch den Kaibab Trail empfehlen, wenn man nur für einen Abstieg in den Canyon hat.
Nach dem wir den zweiten Tunnel passiert hatten, sahen wir eine junge Hirschkuh am Steilhang grasen. Hörnchen gab es natürlich wieder genug, auch der eine oder andere Jay, ein blau gefiederter Vogel begleitete uns.
Unterhalb der 1,5 Meilen Hütte überholten uns zwei Pferdekolonnen, mit richtigen Cowboys. Die Pferde trugen 100 Pounds jedes und jeder Cowboy führte fünf Pferde, die miteinander durch ein Seil verbunden waren.
Als wir an der 3 Meilenhütte, unserem tiefsten Punkt angekommen waren, warteten dort auch die Pferde und zwar auf eine Gruppe Touristen, die von unten kamen und selbst mit Pferden unterwegs waren. Also es wurde nicht langweilig, obwohl die Aussicht sich nicht wesentlich änderte, doch immer großartig war und immer, wenn man aufblickte, sich an der Ansicht erfreuen konnte.
Hoch war natürlich anstrengend, aber da es war schattig und da wir noch nicht ganz so tief waren, und der Canyon noch nicht aufgeheizt war, die Temperaturen zum Aushalten waren.
Manchmal freuten wir uns sogar über sonnige Abschnitte, da wir uns dann aufwärmen konnten.
Den Nachmittag verbrachten wir mit Essen, Körperpflege und Waschen. Danach ging es Sonnenuntergang schauen.
Sehr schön. Große Auswahl an Bildern und echt bunt.

Sonnenauf- und untergänge am Grand Canyon

Sonnenunter und Aufgang

10-13.10.22

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13.10.2022 Fahrt zurück nach Las Vegas auf der Route 66

Ausschlafen, solange es uns im Bett hielt und da war es draußen noch dunkel. Frühstücken und los. Heute sollte der Kreis geschlossen werden. Den Campingplatz hatten die Kinder vorbestellt, wir konnten also die Fahrt von etwa 450 Kilometer genießen. Wir hatten noch keine 5 Meilen zurückgelegt, als im Wald uns ein kapitaler Hirsch vor das Auto lief, bremsen, bremsen und dann trottete er doch rechtzeitig weiter. Was für ein Bursche! Die nächste Begegnung mit der Tierwelt hatten wir ein wenig später. Von den Gleisen, die neben der Straße herliefen, starrten uns zwei Kojoten an und kurz danach sahen wir den dritten, überfahren auf der Straße liegen. Ich fuhr noch einmal zurück, doch als sie unser Auto nun sehr langsam näherkommen sahen, verschwanden sie hinter den Schienen, die beiden Überlebenden. Ob sie nun um ihren Freund getrauert haben oder ihn vielleicht fressen wollten und den Raben streitig machen, die schon auf den Fraß aufmerksam geworden waren, wir wissen es nicht.
Dann begann das Abenteuer Route 66 und zwar in Williams.
Doch in Willams schlief noch alles. Wir schauten uns also den Bahnhof an, machten einige Fotos und weiter ging es.
Auf Googlemaps war die Route eine parallele Straße zur 40, die nach Los Angelas führte. Also nicht auf die Autobahn auffahren. Wir landeten erst auf einem Golfplatz, konnten bald nicht zurückfahren, weil das Tunnel, die Unterführung für RV’s (Motorhomes, Recreation vehicles) nicht zugelassen war. Wir quetschten uns aber trotzdem durch, versuchten eine andere Parallelstraße und endeten im Wald in einer Sackgasse. Wir mussten also bis zur nächsten Stadt oder Autobahnausfahrt die Interstate nutzen.
Der neue Beginn war aber dann auf der Autobahn ausgeschildert. Es ging durch die Prärie, Weite und wenig zu sehen von menschlicher Tätigkeit. Als aus einem Gatter ein Mann winkte, dachte ich, er hätte Probleme mit seinem Wagen. Hielt an fuhr zurück, wir waren ziemlich die Einzigen auf der Straße und fragte nach. Er wollte nur winken. Es stellte sich heraus, dass er Schotte war und sich freute mal mit jemanden zu sprechen. Er wäre gerade auf dem Weg nach Seligman, um seine Post zu holen, was er einmal die Woche tat.
Seligman ist eigentlich nur noch ein Touristenhalt für die Route 66 Nostalgiker. Ein Bus nach dem anderen hielt an dem zentralen Souvenirgeschäft. Horden von Bikern sausten durch die Stadt und entpellten sich dann, um vor dem uralten Polizeiauto ein Foto zu machen.
Von Seligman ging es bei kaum veränderte Landschaft nach Peach Springs und dann nach Kingmann, einer größeren Stadt.
Hier schauten wir bei der Touristeninformation vorbei, kauften einige Souvenirs (Lutscher mit echten Skorpionen drin), ich machte auf dem Parkplatz dann noch einen Mittagschlaf und Toma bereitete in der Zeit das Essen vor. Das ist natürlich bequem, wenn man ein Wohnmobil dabeihat, mit Gas, Strom…
Die letzten 100 Meilen bis Las Vegas gingen wir ausgeschlafen und ganz entspannt. Die großen Tracks überholten uns alle und schoben uns dabei immer ein wenig nach rechts. Auf halber Strecke hatte es einen schweren Unfall gegeben, ein PKW war in einen Laster gefahren, der quer zur ganzen dreispurigen Autobahn stand. Es war genau vor einer Tankstelle, Conoco, wo ich das Wohnmobil ein letztes Mal für 180 $ volltankte.
16.30 kamen wir auf dem Campingplatz an. Anschließen, aufräumen, umpacken, Toma ist noch zu Gange. Morgen beginnt der zweite Teil der Reise. Wir sagen Tschüss zu unseren Kindern und fahren alleine weiter in einem normalen Auto. Mal sehen, was uns besser gefällt.
Die letzten zwei Wochen waren unwahrscheinlich erlebnisreich, kaum Zeit zum Nachdenken. Und seltsamer Weise habe ich auch nicht so viele Fotos gemacht – 6000 Bilder 240 GB, nur. Die Kinder werden jetzt Zeit haben, das Ganze zu verarbeiten, vielleicht. Wir stürzen uns in das nächste Abenteuer.

Ende Teil 1